Hämophilie und Fußball- Pfeifen statt Kicken- damit Kinder mit Hämophilie nicht ins Abseits geraten

In der Woche vom 29.10.-3.11. fand in Haltern am See, die von der IGH (Interessengemeinschaft Hämophiler) in Kooperation mit diversen deutschen Fußballverbänden organisierte Schiedsrichter Lehrgangswoche statt, bei der wir einen Blick hinter die Kulissen werfen durften.

Dabei sein, wenn knapp 20 Jungs mit der seltenen Bluterkrankheit, zwei wirklich ambitionierte Trainer des Berliner Fußball-Verbandes (BFV), eine Physiotherapeutin, eine Berliner Kinderärztin, zwei Krankenpfleger und viele freiwillige Helfer der IGH gemeinsam als Team Spaß haben, gemeinsam trainieren, gemeinsam lernen, sich gegenseitig helfen und motivieren. All das was „normale“ Jungs in dem Alter auch tun würden mit dem Unterschied, dass es sich um einen Sport handelt, von dem Patienten mit Hämophilie bisher auf Grund des hohen Verletzungsrisikos ausgeschlossen waren. Durch die Möglichkeit zum Schiedsrichter ausgebildet zu werden, erschließt sich aber auch für diese fußballbegeisterten Jungs die Möglichkeit ihre bevorzugte Sportart auszuüben, ihre Muskulatur zu stärken, Teamgefühl zu erleben und einfach dabei zu sein. Mit dem einzigen Unterschied, dass sie im Wettkampf die wichtige Rolle des Schiedsrichters übernehmen werden und damit dem hohen Verletzungsrisikos im direkten Zweikampf entgehen.

Dies untermalt auch die Aussage von Fabian Habur: „Mir ist wichtig, dass sie ihren Platz in der Fußballerfamilie bekommen“.

Fabian Habur, ein Trainer des BFV, trainiert außerhalb dieser Veranstaltung auch noch regelmäßig im Leistungszentrum Wannsee eine Gruppe hämophiler Jungs.

Die tatkräftige Unterstützung des BFV wurde auch durch den einheitlichen Auftritt der Jungs in Team-Trikots deutlich gemacht.

Krönender Abschluss der Woche war ein Leistungstest, in dem die angehenden Schiris das Gelernte unter Beweis stellen konnten und natürlich das Treffen mit Christoph Metzelder und Markus Merk. Die beiden DFB Stars stellten sich am Freitagabend den brennenden Fragen der begeisterten Jungs.

Was die Woche auch von einer normalen Sportwoche unterschied, war der Start in den Tag mit dem gemeinsamen injizieren des Gerinnungsfaktors. Da es für die meisten Jungs das erste Mal, weg von daheim war, wurde unter Aufsicht und Anleitung der beiden Krankenpfleger auch das selbständige Spritzen geschult.

Begleitet wurden die letzten beiden Tage der Trainingswoche von einem Filmteam, das die schönsten Eindrücke und gleichzeitig die sehr positiven Rückmeldungen von Teilnehmern, Betreuern und Organisatoren einfangen konnte. Der Film wird auf der Website (www.igh.info) und der Facebook Seite der IGH zu sehen sein.